Was
tut die Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen
Menschenrechte?
Die
Arbeit der KVPM basiert auf der „Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte" (verkündet von der Generalversammlung der
Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948), der „Europäischen
Konvention über Menschenrechte und Grundfreiheiten"
(verabschiedet am 4. November 1950 in Rom von den Außenministern
der europäischen Mitgliedsstaaten), dem Grundgesetz der
Bundesrepublik Deutschland, sowie auf der „Menschenrechtserklärung
für geistig Kranke", wie sie im Januar 1970 von der
International Commission on Human Rights" ausgearbeitet wurde.
Die
KVPM setzt sich für die Menschenrechte in der Psychiatrie ein. Die
Rechte von Psychiatriepatienten werden vielfach mittels
Zwangsbehandlungen mit Psychopharmaka, Elektroschocks, Fesselungen
ans Bett und anderen entwürdigenden Praktiken verletzt. Eine
ordnungsgemäße Behandlung unter Beachtung des medizinischen
Grundsatzes: „Das oberste Gebot ist es, den Patienten nicht zu schädigen",
ist vielfach nicht gewährleistet.Allein 1997 gab es mehr als 600.000 Einweisungen in deutsche
Psychiatrien. Viele Tausende werden gegen ihren Willen hinter
verschlossenen Türen festgehalten.
Es
ist unsere satzungsgemäße Aufgabe: „die Menschenrechte...gegen Missbräuche durch die Psychiatrie und verwandter
Gebiete zu sichern, solche Missstände zu untersuchen und bekannt zu
machen und Abstellung zu verlangen, bzw. die rechtliche Verfolgung
solcher Mißbräuche ggf. zu bewirken."
Sowie:
„Aufklärung
von Gesetzgebern, Behörden und der Öffentlichkeit über Fälle von
Ineffektivität und schädlichen Auswirkungen psychiatrischer und
psychologischer Methoden. Angestrebt wird der verbesserte Schutz von
betroffenen Patienten und der Allgemeinheit durch Aufklärung und
Reform."
Die
erste „Citizens Commission on Human Rights" - CCHR (Bürgerkommission
für Menschenrechte) wurde 1969 in Los Angeles von Dr.Thomas Szasz (Professor der Psychiatrie emeritus) und einem
Geistlichen der Scientology Kirche, Kenneth I. Whitman, gegründet.Nach ihrem Vorbild entstand 1972 die erste „Kommission für
Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte" e.V.. Sie
wurde in München von Mitgliedern der Scientology Kirche und
interessierten Bürgern, von denen einige selbst durch Auswirkungen
psychiatrischer Behandlung direkt oder indirekt betroffen waren, ins
Leben gerufen.
Die
Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.
(KVPM) ist ein eigenständiger, eingetragener Verein, der sich durch
Mitgliedsbeiträge finanziert. Jeder, der sich für Menschenrechte
in der Psychiatrie engagieren möchte, kann Mitglied werden. Die
Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gesellschaftsschicht, einer
politischen Parte oder einer Religionsgemeinschaft spielt dabei
keine Rolle.Die
Kommission wird durch einen Beirat, bestehend aus Vertretern aus den
Bereichen Medizin, Recht, Wissenschaft, Kunst und Menschenrechtskämpfern
unterstützt, um die Menschenrechte in der Psychiatrie
wiederherzustellen.
Dr.
Thomas Szasz ist weltweit bekannt als einer der kritischsten
Beobachter seines eigenen Berufsstandes. Er ist Autor zahlreicher
psychiatriekritischer Bücher und machte u.a. folgende Feststellung:
„Die Psychiatrie ist wahrscheinlich diejenige Kraft, die in den
letzten fünfzig Jahren die größte Zerstörung in der Gesellschaft
angerichtet hat." Auf Empfehlung von Dr. Szasz wird von der
KVPM ein sogenanntes „Psychiatrisches Testament" zum Schutz
vor psychiatrischer Willkür verbreitet. Dieses Schutzdokument
verbietet Psychiatern, daß an dem Unterzeichner Fesselungen
durchgeführt,
Psychopharmaka
verabreicht oder Elektroschocks gegeben werden.Exemplare dieses Schutzbriefes können bei der KVPM
angefordert werden.
Mittlerweile
existieren elf Kommissionen in Deutschland, in denen sich
ehrenamtlich Helfer für Psychiatrieopfer einsetzen, die
Bundesleitung hat seinen Sitz in München. Weltweit gibt es mehr als
120 Schwestervereine in 28 Ländern, darunter Norwegen, Spanien,
England, Holland, Frankreich, Rußland, Schweiz, Neuseeland,
Australien, Japan und in den USA.
Die
amerikanische Schwestervereinigung CCHR wurde im Jahre 1986 in einem
Bericht der Kommission für Menschenrechte der Vereinten Nationen über
die "Prinzipien, Richtlinien und Garantien für den Schutz der
Patienten, die wegen Geisteskrankheit oder einer geistigen Störung
verwahrt werden" als eine Organisation bestätigt, die "für
viele große Reformen verantwortlich ist".CCHR wurde ferner dafür bestätigt, daß sie weltweit mehr
als 30 (heute sind es mehr als 90) Gesetzesentwürfe verhindert hat,
die andernfalls die Rechte von Patienten eingeschränkt hätten.
Bereits
im Jahr 1986 wurde es CCHR in einem Bericht der Vereinten Nationen
als Verdienst angerechnet, für die Einreichung und Genehmigung von
mindestens 30 Gesetzesvorlagen (heute sind es mehr als 90) zur
Verbesserung der Rechte von Menschen verantwortlich gewesen zu sein,
die sich einer möglichen psychiatrischen Behandlung ausgesetzt
sehen.
Mitglieder
der deutschen KVPM arbeiteten mehr als 5 Jahre kontinuierlich daran,
Politiker, Verbände und Medien auf eine Lücke im Strafgesetzbuch
aufmerksam zu machen, da Patienten in einem Therapieverhältnis bis
vor kurzem rechtlich kein ausreichender Schutz vor sexuellen Übergriffen
durch Psychiater, Psychologen und Psychotherapeuten geboten wurde.
Im März 1993 begann die KVPM das erste mal ihren Gesetzesvorschlag
zu veröffentlichen und engagierte sich seit dem wöchentlich für
diese Thematik. Im Januar 1998 wurde ein entsprechender
Zusatzparagraph (Paragraph 174c) in das Strafgesetzbuchaufgenommen.
Einer
der weltweit größten Erfolge konnte zum Beispiel von der südafrikanischen
Kommission verbucht werden.Psychiater
in Südafrika haben 1976 die Apartheid-Regierung und insbesondere
den Innenminister gebeten, Mitarbeiter der afrikanischen CCHR zum
Schweigen zu bringen, als diese die Versklavung von 10.000 Schwarzen
in psychiatrischen Anstalten, „Konzentrationslager" genannt,
aufdeckten.CCHR hat wegen der enorm hohen Sterberate in den Anstalten
Beschwerden bei den Vereinten Nationen eingereicht. In der Folge
wurden die Anstalten 1977 von der World Health Organisation (WHO)
untersucht. DieWHO
befand inihrem
Bericht von 1983 : „Obwohl von der Psychiatrie erwartet wird, dass
sie eine medizinische Disziplin ist, die sich mit dem Menschen als
Ganzem beschäftigt, kommt die Menschenverachtung, die sich im
Rassismus ausdrückt, in keinem medizinischen Bereich so klar zum
Ausdruck, wie in der Psychiatrie." Bezüglich der Psychiater,
die Patienten als unbezahlte Arbeitskräfte in Unternehmen
einsetzen, stellt die WHO fest: „Für diese Situation gibt es
weder in der Geschichte noch in der Gegenwart der psychiatrischen
Betreuung Parallelen; sie hat aber sicherlich eine Parallele zum
Besitz von und Handel mit Sklaven."
Über
mehrere Jahre hinweg haben sich Mitarbeiter der KVPM mit der
Geschichte der Psychiatrie auseinandergesetzt und dabei
festgestellt, in welch trauriger und zugleich gefährlicher
Tradition insbesondere die deutsche Psychiatrie lebt.Die Ergebnisse dieser Recherchen wurden 1994 in dem Buch
„Die Männer hinter Hitler" veröffentlicht.Darin werden die Karrieren verschiedener Psychiater
dargestellt, die an der Vorbereitung oder Durchführung der Morde im
Nationalsozialismus beteiligt waren, aber niemals zur Rechenschaft
gezogen wurden.Im
Unterschied zu existierenden Geschichtsbüchern dokumentiert dieses
Buch, von welchen Psychiatern die menschenverachtende Idee der
„Rassenhygiene" erfunden und verbreitet wurde und wie die Väter
dieser Zerstörungsideologie der Justiz entkamen und sogar wieder
hohe Führungspositionen einnahmen.
Die
KVPM deckte auf, welchen Psychiatern, die als Wegbereiter des Völkermordes
agierten, durch die Bezeichnung von Straßennamen heute noch in
deutschen Städten Denkmäler gesetzt sind und dass die Deutsche
Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie sich immer noch
weigert Nazipsychiater von ihrer Ehrenmitgliederliste zu streichen.
Nach
einer Forderung der KVPM wurde in einer Hamburger Psychiatrie eine
Fotogalerie von Vordenkern dieser Zerstörungsideologie entfernt,
ein Hamburger Bezirksamt ließ aufgrund der Initiative der KVPM ein
Zusatzschild an einem Straßenschild anbringen, um damit deutlich zu
machen, dass mit dem Straßennamen fortan jemand anders als der berüchtigte
Psychiatriepapst Emil Kraepelin gewürdigt werden soll. Gegen die
zuständigen Behörden in Erlangen und München, die sich heute noch
weigern (!) Änderungen an den Straßennamen vorzunehmen,
organisierte die KVPM Protestaktionen.
In
den siebziger Jahren wurden auf Initiative der KVPM hunderte Artikel
über die zerstörerische Wirkung der Elektroschockbehandlung veröffentlicht.
Letzte Woche haben wir unsere neueste Publikation über
Elektroschock an 10.000 Personen im Bundesgebiet, darunter
Bundestagsabgeordnete, Gesundheitsbehörden, Ärzte, Heilpraktiker,
Pressevertreter, Staatsanwaltschaften, Gesundheits- verbände u.a.
versandt.
Die
KVPM wies außerdem in einer großangelegten Kampagne darauf hin,
welch gefährliche und hochgiftige Nervendrogen sich hinter als
harmlos deklarierten Kinderpsychopharmaka verbergen. In der
Bundesrepublik stieg die Zahl der Kinder- und Jugendpsychiater von
1970 bis 1990 um 4300%. Das Resultat sind 200.000 Kinder, die 1993
bereits Psychodrogen verabreicht bekamen. Normale, kindliche Aktivitäten
und Verhaltensweisen wurden von Psychiatern als Geisteskrankheit
deklariert und mehr und mehr Eltern werden davon überzeugt, daß
sie ihr Kind aufgrund sogenannter „Verhaltensauffälligkeiten"
besser einer Behandlung unterziehen sollten.
An
den gebrochenen Psychiatrieopfern, die uns kontinuierlich um Hilfe
bitten, wird die nicht hinreichend kontrollierte Macht von
Psychiatern deutlich, denen Patienten in Deutschland meist hilflos
und oft willkürlich ausgeliefert sind. Die Aufklärung zu diesem
Thema läßt sehr zu wünschen übrig, obwohl in der Bevölkerung
ein riesiger Bedarf existiert.
Die
KVPM unterhält seit 1976 ein umfangreiches Archiv über
„Psychiatrieverstöße", aus dem wir Ihnen bei Bedarf noch
weitere umfangreiche Informationen liefern können.
KRITISCHE
STIMMEN VON EXPERTEN:
„Die
Psychiater, die jemanden gegen seinen Willen unter die Wirkung von
Drogen und Elektroschocks setzen dürfen, üben eine Macht über
sehr viele Menschen aus. Wie rechtfertigt sich diese Macht? Wer
untersucht laufend den Geisteszustand der Psychiater, ihre
Motivierungen, ihre Interessen, die oft nicht mit Hilfe, mit
medizinischer Pflicht identisch sind?" Dr. Thomas Szasz,
Psychiater emeritus
„Neuroleptika
zerstören bei einem Menschen alles, was liebenswert, lebendig und
kreativ ist. Viele Gesichtspunkte bestätigen, was Patienten schon
seit 35 Jahren beklagen: daß Neuroleptika sie zu Zombies machen, zu
lebendigen Toten."
Dr. Lars Martensson, schwedischer Neuroleptikaforscher
„Psychopharmaka
wirken im Gehirn so undifferenziert wie eine Kanonenkugel, die zum Töten
von Spatzen abgeschossen wird."
Carsten Alasen-Hinrichs, Toxikologe
„Wenn
man überhaupt Arzneimittelskandale miteinander vergleichen kann, läßt
sich bereits jetzt feststellen, daß das Ausmaß der durch
Neuroleptika angerichteten Schäden noch verherrender ist, als
seinerzeit die schlimmen Folgen von Contergan."
Josef Zehentbauer, Arzt.
„Mir
ist völlig klar, spätestens in 20 Jahren wird man mir und
meinesgleichen dieselben Vorwüfe machen, die wir anderen gegenüber
gemacht haben, als sie meinetwegen mit Elektroschocks gearbeitet
haben...Der medizinische Grundsatz `primus nil nucere' - sinngemäß
"oberstes Gebot ist es, einen Patienten nicht zu schädigen"
- dieser Grundsatz wird bei einer Neuroleptikabehandlung grob mißachtet."
Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner ehemaliger Präsident der Deutschen
Gesellschaft für Soziale Psychiatrie.
Im
Verlaufder Arbeit der CCHR wurde weltweit eine breite Öffentlichkeit
über die zerstörerischen Folgen psychiatrischer Methoden aufgeklärt,
und es wurden wichtige Schritte unternommen, solche Praktiken zu
verbieten.
Weitere Informationen:
Kommission für Verstöße der
Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V
Amalienstr.49a
80799 München
089-273 03 54