in vielen Ländern gibt es heutzutage
nur sehr wenige Familien oder Lehrer, deren Leben nicht auf die eine
oder andere Art durch die weitverbreitete Verabreichung von bewusstseinsverändernden
psychiatrischen Medikamenten an Kinder beeinträchtigt wird. Nach gegenwärtigen
Schätzungen werden diese Drogen in Deutschland mittlerweile mehr als
50.000 Kindern (DER SPIEGEL, Nr. 29/2002), in den USA sogar nahezu
6 Millionen Kindern gegen angebliche Lern- und Verhaltensstörungen verschrieben.
Woran "leiden" diese Kinder?
Welcher neuen Gefahr stehen wir gegenüber? Was haben bewusstseinsverändernde
Medikamente mit dem Lernen zu tun? Wie wirken diese Medikamente? Wie lange
müssen sie eingenommen werden? Sind sie wirklich notwendig? Sind sie
unschädlich? Gibt es eine andere Lösung? Zu Recht haben besorgte und
liebende Eltern diese und ähnliche Fragen immer wieder gestellt.
Aber durch die gewaltigen Verkaufszahlen, geschickte Werbung und die Propaganda für diese Psychodrogen wurden Millionen von Eltern und Lehrern getäuscht und überwältigt. Sie konnten davon überzeugt werden, dass ihre Kinder einer ernsten Bedrohung gegenüberstehen, der nur mit einer langwierigen und intensiven Verabreichung von Medikamenten begegnet werden kann.
Viel zu oft begann die Drogenvergabe damit, dass ein Psychiater oder Psychologe bei dem Kind eine Störung diagnostizierte, die seine Lernfähigkeit beeinträchtigte und als Lernstörung (LS) oder Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) bekannt ist. Heute wird sie häufig auch als Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bezeichnet. Vielleicht wurde ein "chemisches Ungleichgewicht" im Gehirn oder eine Gehirnerkrankung für die Schwierigkeit verantwortlich
gemacht. Auf jeden Fall wurde den Eltern jedoch versichert, dass es sich um ein bekanntes medizinisches Problem
handele, das die kontinuierliche Einnahme verschreibungspflichtiger Psychopharmaka erforderlich mache.
Die Eltern, die nur das Beste für ihre Kinder
wollten und den Beratern vertrauten, stimmten schließlich einer medikamentösen
Behandlung als der vermeintlich besten zur Verfügung stehenden Lösung zu.
Doch immer mehr Eltern bedauern diese Entscheidung
zutiefst seitdem sie erkannt haben, dass nicht nur die ursprüngliche Diagnose
komplett erfunden, haltlos und daher betrügerisch war, sondern auch die darauf
folgende Behandlung ein hohes Risiko für die Gesundheit ihres Kindes bedeutete.
Es erfordert Mut seine Meinung zu
vertreten wenn einem von Psychiatern, Psychologen und anderen Experten - insbesondere solchen,
die für Schulen zuständig sind - ständig eingetrichtert wird, dass Psychopharmaka
eine bewährte und vollkommen sichere Methode zur Behandlung angeblich korrekt
diagnostizierter Lern- und Verhaltensstörungen seien. Eltern bekommen zu
hören
sie würden verantwortungslos handeln, wenn sie dieser Medikamentierung nicht
zustimmen, und dass die Meinung medizinischer "Experten" auf unwiderlegbaren
wissenschaftlichen Tatsachen beruhe. Man kann tatsächlich manchmal das Gefühl
haben, als kämpfe man einen aussichtslosen Kampf gegen einen übermächtigen Gegner.
Nichtsdestotrotz ist das Schlimmste, was Eltern
tun können, ihrem Gefühl zu misstrauen und unter dem Druck der pharmazeutischen
Propaganda in die Knie zu gehen - sei es um des lieben Friedens willen oder um
einer Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen, sei es um in der Schule nicht
anzuecken oder um nicht im Rampenlicht zu stehen. Millionen von Eltern haben
so gehandelt, und Millionen von Kindern müssen jetzt darunter leiden. Eltern
haben ein Recht darauf, Eltern zu sein. Eltern haben die Pflicht, Eltern zu sein.
Eltern müssen sich mit tatkräftigem "Einsatz für Kinder" zur Wehr setzen!
Nicola Cramer
Vizepräsidentin Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.
(KVPM) Bundesleitung